GesprÀch im Riesen in den Swarovski Kristallwelten: Gelungener Blick in die Zukunft des Lernens

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GesprÀch im Riesen in den Swarovski Kristallwelten: Gelungener Blick in die Zukunft des Lernens

Großes Interesse herrschte bei der zweiten Auflage der Veranstaltungsreihe „GesprĂ€ch im Riesen“ in den GesprĂ€ch im Riesen in Wattens/Tirol. Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr stand heuer „Die Zukunft des Lernens“ im Mittelpunkt. Die zahlreichen Teilnehmer zeigten sich von den spannenden BeitrĂ€gen der Experten begeistert, die Chancen und Gefahren neuer digitaler Bildungswege beleuchteten.

„Die Swarovski Kristallwelten wollen mit dem erfolgreichen Veranstaltungsformat hochwertige Impulse setzen – mit Blickrichtung auf die liebsten GĂ€ste des Riesen – die Kinder“, erklĂ€rte Stefan Isser, GF der Swarovski Kristallwelten, zum Auftakt. Auf deren BedĂŒrfnisse wĂ€ren schon heute  viele der Angebote im „Riesen“ ausgerichtet  – von museumspĂ€dagogisch hochwertigen Programmen ĂŒber spezielle FĂŒhrungen bis hin zu Workshops fĂŒr alle Altersklassen. „Und wenn wir heute von der ‚Zukunft des Lernens‘ sprechen, dann interessiert uns insbesondere, welche Auswirkungen neue Technologien auf unsere Kinder haben“, betonte Isser.

Auch wenn die Experten bei „GesprĂ€ch im Riesen“ zum Teil sehr kontrĂ€re Zukunftsbilder entwarfen – einig zeigten sie sich in der Überzeugung, dass ein neues Zeitalter der Bildung angebrochen sei: iPads statt SchulbĂŒcher, intelligente Lernsoftware statt Frontalunterricht, selbstorganisiertes Lernen von personalisierten Inhalten statt traditionellem Lehrplan. So werde die Zukunft der Bildung immer öfter aussehen, auch wenn der Zugang zu Wissen im derzeitigen Schulalltag noch vielfach an feste Orten und vorgegebene Zeiten gebunden sei.

Im Forum der Swarovski Kristallwelten entwickelten insbesondere die Experten Ralph MĂŒller-Eiselt von der Bertelsmann Stiftung und Digitalpionier Prof. Gerald Lembke gĂ€nzlich unterschiedliche Perspektiven auf die moderne Wissensvermittlung und den Einsatz digitaler Technologien in Bezug auf Kinder.

Ralph MĂŒller-Eiselt, Autor des Buches „Die digitale Bildungsrevolution“,  plĂ€dierte leidenschaftlich dafĂŒr, die explosionsartige Entwicklung aktiv mitzugestalten:  „Die Digitalisierung ist nicht mehr zu stoppen, man kann nur versuchen ein Teil des Wandels zu sein und mitzugestalten.“  MĂŒller-Eiselt prĂ€sentierte internationale Beispiele, die den positiven Effekt von Digitalisierung belegen sollten. Etwa das Projekt „New Classrooms“, bei dem computergesteuert  fĂŒr jeden SchĂŒler individuelle Lernszenarien entworfen und ausgewertet werden und damit bessere Lernerfolge erzielt wĂŒrden. Digitalisierung ermögliche schlussendlich auch den Zugang zur Bildung fĂŒr alle. Der Experte der Bertelsmann Stiftung plĂ€dierte dafĂŒr, konsequent in die Aus- und Fortbildung der LehrkrĂ€fte zu investieren und WLAN an alle Schulen zu bringen.

Der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Gerald Lembke entwickelte einen radikalen Gegenentwurf und griff „das Mantra der Digitalisierung“ frontal an, das immer wieder vermittle, je frĂŒher Kinder mit Handy, iPad & Co vertraut wĂ€ren, umso grĂ¶ĂŸer sei die Medienkompetenz. „Eine Kindheit ohne Computer ist der beste Start ins digitale Zeitalter“, erklĂ€rte der Experte, der etliche Studien zitierte, wonach webbasiertes Lernen ab einer gewissen Altersstufe zwar nicht schade, aber auch nichts bringe. Angesichts der zum Teil dramatisch hohen Mediennutzung, warnte der Autor von „Die LĂŒgen der digitalen Bildung“: „Der Einsatz neuer Technologien habe insbesondere an den Volksschulen nichts verloren, weil das Suchtpotential hoch sei und zuvor andere FĂ€higkeiten zu schulen seien. Der wichtigste Faktor bleibt nach wie vor der Mensch, also der PĂ€dagoge. Im Umkehrschluss könnte man augenzwinkernd verallgemeinern: Ein schlechter Lehrer wird auch durch den Einsatz digitaler Medien nicht besser!“

Kompetenz und Humor prĂ€gte auch die anschließende Podiumsdiskussion unter der Leitung der Journalistin Mag. Anita Heubacher mit  Dr. Sonja Hammerschmid (Bundesministerin fĂŒr Bildung), Dr. Sandra Ballner (Landeselternverband Tirol), Mag. Barbara Danzl (Kunsthistorikerin und MuseumspĂ€dagogin der Swarovski Kristallwelten) und Nikolaus Glattauer (Lehrer & Erfolgsautor). WĂ€hrend etwa Hammerschmid die Herausforderungen immer stĂ€rker fortschreitender Digitalisierung vielschichtig beleuchtete, sorgte Glattauer mit seiner gleichermaßen trockenen wie humorigen Analyse der SchulrealitĂ€t fĂŒr zustimmendes GelĂ€chter: Ob Gefahr oder Chance sei einerlei – denn digitale Wissensvermittlung scheitere derzeit in der Praxis vielfach noch an BĂŒrokratie und fehlender Finanzmittel.

Begleitet wurden die ImpulsvortrÀge und die Podiumsdiskussion durch Lana Lauren, die die Inhalte der Referenten und Diskutanten mittels Graphic Recording sichtbar machte und so die diskutierten Inhalte und Botschaften auch auf graphische Weise dokumentierte.

Mit Feinsinn wĂŒrzte  Österreichs wohl berĂŒhmtester Lehrer auch den Abschluss der Veranstaltung. Im Rahmen einer Lesung wurden die Probleme und Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Schule, Eltern und Kindern mit kabarettistischer Note beleuchtet. Glattauer, der fĂŒr seinen Bestseller „Mitteilungsheft: Leider hat Lukas
“  mit dem österreichischen „Buchliebling 2014“ prĂ€miert wurde, sorgte mit liebevollen Beobachtungen und pointiert beschriebenen Anekdoten aus der Welt der Schule fĂŒr viele Publikums-Lacher und einen gelungenen heiteren Ausklang von „GesprĂ€ch im Riesen“, das im Jahr 2018 seine Fortsetzung finden soll.

(von li.): Ralph MĂŒller-Eiselt (Bertelsmann Stiftung), Dr. Sandra Ballner (Tiroler Landeselternverband), Nikolaus Glattauer (Buchautor und Schuldirektor), Dr. Sonja Hammerschmid (Bundesministerin fĂŒr Bildung), Stefan Isser (GF Swarovski Kristallwelten), Mag. Barbara Danzl (Kunsthistorikerin und MuseumspĂ€dagogin, Swarovski Kristallwelten), Prof. Dr. Gerald Lembke (Digitalexperte)
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